Eine Konferenz zur Zukunft der Mikroelektronik und Halbleiter in Portugal brachte in Ílhavo im PCI · Creative Science Park Aveiro Region Vertreter aus Wissenschaft, Industrie und öffentlichen Institutionen zusammen, um Herausforderungen und Chancen eines strategischen Sektors für die nationale und europäische Wettbewerbsfähigkeit zu diskutieren.
Eröffnungssitzung: Strategische Perspektiven
Rui Dias, Bürgermeister von Ílhavo, betonte die strategische Bedeutung der Mikroelektronik für Portugal und Europa und hob die Rolle von Regionen hervor, die Investitionen, Talente und Technologieunternehmen anziehen können. Der AMPERE Hub wurde als strategische Initiative vorgestellt, die über Infrastruktur hinausgeht und ein integriertes Innovationsökosystem fördern soll.
Paulo Jorge Ferreira, Rektor der Universität Aveiro, unterstrich die historische Rolle der Region in der technologischen Entwicklung sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie. Mikroelektronik, Photonik und Unternehmertum wurden als zentrale Treiber für Innovation und wirtschaftliches Wachstum identifiziert.
AMPERE: Infrastruktur zur Skalierung von Innovation
Das Projekt AMPERE, vorgestellt von Luís Barbosa und António Teixeira, adressiert die Herausforderung, Innovationen zu skalieren und die Lücke zwischen Forschung und Markt zu schließen. Vorgesehen ist der Aufbau moderner technologischer Infrastrukturen für Prototyping, Tests und Validierung, unterstützt durch ein Netzwerk aus Partnern aus Wissenschaft und Industrie.
Wachsender Sektor mit strukturellen Herausforderungen
António Barny hob das starke Wachstum der Halbleiterindustrie hervor, insbesondere durch den Einfluss der künstlichen Intelligenz. Gleichzeitig warnte er vor dem Rückgang der industriellen Kapazitäten Europas und betonte die Notwendigkeit strategischer Investitionen zur Sicherung technologischer Souveränität.
Talent und Forschung: entscheidende Faktoren
Pedro Rito betonte den steigenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften und spezialisierter Ausbildung. Der Mangel an Talenten stellt eine der größten Herausforderungen für die Zukunft des Sektors dar.
Technologietransfer: Best Practices
Mónica Azevedo präsentierte eine Analyse europäischer Best Practices im Technologietransfer, mit Fokus auf Innovation, Talententwicklung und kollaborative Ökosysteme. Portugal verfügt über starke Grundlagen, steht jedoch vor Herausforderungen bei der Markteinführung von Forschungsergebnissen.
Observatorium für Mikroelektronik: Strukturierung des Ökosystems
Paulo Marques und Mariana Pita stellten das Observatorium als strategisches Instrument zur Strukturierung und Sichtbarmachung des Sektors vor. Es dient als digitale Plattform zur Bündelung von Informationen und zur Unterstützung fundierter Entscheidungen.
Vom Observatorium zu AMPERE: eine integrierte Strategie
Die Kombination aus Observatorium (Analyse und Vernetzung) und AMPERE (Validierung und Industrialisierung) soll die Lücke zwischen Forschung und Markt schließen und die wirtschaftliche Wertschöpfung stärken.
Podiumsdiskussion: Industrialisierung und Talent
In der Diskussionsrunde mit Vertretern von INESC MN, PETsys Electronics und Sparc Foundry standen Themen wie Industrialisierung, Zugang zu Technologien, Fachkräftemangel und globale Wertschöpfungsketten im Mittelpunkt.
Eine strategische Chance für Portugal
Die Konferenz zeigte, dass Portugal über die Voraussetzungen verfügt, seine Position im Bereich Mikroelektronik zu stärken, wobei die Region Aveiro eine zentrale Rolle einnimmt.